Rauchverbot in Deutschland

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Rauchverbot in Niedersachsen

Das Land Niedersachen gehört zur Bundesrepublik Deutschland und beheimatet ca. 7,8 Millionen Einwohner.  Die gesetzliche Lage hinsichtlich des Rauchverbots in Niedersachsen stellt sich wie folgt dar: In den öffentlichen niedersächsischen Anstalten herrscht ein generelles Rauchverbot. Rauchen in abgetrennten Räumen ist allerdings gestattet. Im gastronomischen Bereich gestaltet sich die rechtliche Lage ein wenig komplizierter. Die sogenannten Einraumkneipen haben die Wahl, ob sie sich als Raucherkneipe anmelden wollen oder nicht. Dies ist allerdings nur möglich, wenn keine Speisen serviert werden und der Zutritt für Minderjährige unter 18 untersagt ist. In größeren Gastbetrieben als auch in Discotheken sind vollständig umschlossene Räume zum Rauchen erlaubt. Diese müssen allerdings deutlich ausgewiesen sein. In Schulen, sowie in anderen Einrichtungen die Kinder oder Jugendliche aufnehmen ist das Rauchen nicht gestattet.

Rauchverbot in Deutschland

Mit dem Inkrafttreten des Bundesnichtraucherschutzgesetzes (BNichtrSchG) am 01.09.2007 ist es in Deutschland untersagt in Anstalten des Bundes zu rauchen. Selbiges gilt für den allgemein zugänglichen Personenverkehr. Zudem wurde das Mindestalter für den Kauf von Tabakartikeln auf 18 Jahre heraufgesetzt. Aufgrund des Bundesstaatsprinzips ist die rechtliche Lage in den einzelnen Anstalten der Bundesländer jedoch anders gestaltet. Ein totales Rauchverbot herrscht nur in Schleswig-Holstein, Bayern, Rheinland-Pfalz, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Bremen. Wiederum unterschiedlich stellen sich die Landesregelungen im gastronomischen Bereich dar. Dies bereitet oftmals Kopfzerbrechen und die rechtliche Lage ist nicht immer allen Beteiligten klar. Verstöße gegen entsprechende Gesetze werden vielmals als Ordnungswidrigkeiten gewertet. Diese können erhebliche Bußgelder nach sich ziehen. In manchen Fällen kann dann nur noch der Gang zu einem Anwalt für Klarheit sorgen. Über juristischen Beistand, sowie eine kompetente juristische Vertretung, können Sie sich hier informieren.

Gesetzliche und nicht gesetzliche Gründe für ein Rauchverbot

Es lassen sich vielzählige Gründe für Rauchverbote auffinden. Der Gesundheitsschutz ist als erstes zu nennen. Das Risiko einer Krebs-, einer Herz-Kreislauf- oder einer Atemwegserkrankung kann durch ein Rauchverbot gemindert werden. Weiterhin ist der Schutz vor dem Passivrauchen zu nennen. Hierunter ist die Einatmung von Tabakqualm aus der Luft des Raumes zu verstehen. Studien haben erwiesen, dass Passivrauchen durchaus eine schädliche Wirkung haben kann.  Weiterhin kann der Jugendschutz als Grund für ein Rauchverbot sein. Besonders die jungen Mitglieder der Gesellschaft sind besonders schutzwürdig und wissen oftmals nicht welchen Gefahren sie sich aussetzen. Außerdem ist der Brandschutz zu nennen. Welche Gefahren von einer brennenden und vergessenden Feuerquelle ausgehen kann muss wahrlich nicht genauer erläutert werden. Schlussendlich muss jeder Mensch die Nachteile und die Vorteile des Rauchens für sich selbst gegeneinander abwägen.

 

 
 

Niedersächsisches Gesetz
zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens

Vom 12. Juli 2007

Der Niedersächsische Landtag hat das folgende Gesetz beschlossen:

Artikel 1
Niedersächsisches Nichtraucherschutzgesetz
(Nds. NiRSG)

§ 1
Rauchverbot

(1) Das Rauchen ist in Niedersachsen verboten in vollständig umschlossenen Räumlichkeiten

  1. von Gebäuden für Landesbehörden, Gerichte oder sonstige Einrichtungen des Landes sowie von Gebäuden für die der Aufsicht des Landes unterliegenden Körperschaften, Anstalten oder Stiftungen des öffentlichen Rechts, mit Ausnahme derjenigen Personen oder Stellen, denen außerhalb des öffentlichen Bereichs Aufgaben der öffentlichen Verwaltung übertragen worden sind, und mit Ausnahme von Räumlichkeiten, die anderen Zwecken als der Erfüllung öffentlicher Aufgaben dienen,
  2. von Gebäuden für den Niedersächsischen Landtag, auch soweit diese von den Fraktionen und Abgeordneten genutzt werden,
  3. von Krankenhäusern, einschließlich der Privatkrankenanstalten, sowie von Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen im Sinne des § 107 des Fünften Buchs des Sozialgesetzbuchs vom 20. Dezember 1988 (BGBl. I S. 2477, 2482), zuletzt geändert durch Artikel 5 des Gesetzes vom 20. April 2007 (BGBl. I S. 554),
  4. von Heimen und sonstigen Einrichtungen im Sinne des § 1 Abs. 1 bis 5 des Heimgesetzes in der Fassung vom 5. November 2001 (BGBl. I S. 2970), zuletzt geändert durch Artikel 78 der Verordnung vom 31. Oktober 2006 (BGBl. I S. 2407),
  5. von Schulen im Sinne des § 1 Abs. 2 des Niedersächsischen Schulgesetzes,
  6. von Einrichtungen, die Kinder oder Jugendliche aufnehmen (§ 45 Abs. 1 Satz 1 oder 2 des Achten Buchs des Sozialgesetzbuchs in der Fassung vom 14. Dezember 2006, BGBl. I S. 3134), geändert durch Artikel 2 Abs. 23 des Gesetzes vom 19. Februar 2007, BGBl. I S. 122), unabhängig davon, ob die Einrichtungen einer Erlaubnis bedürfen,
  7. von Hochschulen und Berufsakademien sowie von Volkshochschulen und sonstigen Einrichtungen der Erwachsenenbildung im Sinne des § 2 Abs. 2 des Niedersächsischen Erwachsenenbildungsgesetzes,
  8. von Sporthallen und Hallenbädern sowie von sonstigen Gebäuden, in denen Sport ausgeübt wird, soweit die Räumlichkeiten öffentlich zugänglich sind und der Sportausübung dienen,
  9. von Einrichtungen, die der Bewahrung, Vermittlung, Aufführung oder Ausstellung künstlerischer, unterhaltender oder historischer Inhalte oder Werke dienen, soweit die Räumlichkeiten öffentlich zugänglich sind,
  10. von Gaststätten einschließlich der Diskotheken und der im Reisegewerbe während einer Veranstaltung betriebenen Gaststätten, soweit die Räumlichkeiten für Gäste zugänglich sind, und
  11. von Verkehrsflughäfen, wenn die Räumlichkeiten für Reisende zugänglich sind; dies gilt nicht für vollständig umschlossene Räume, die anderen Zwecken als dem Aufenthalt der Fluggäste oder deren Abfertigung dienen.

Bei öffentlichen Schulen im Sinne des § 1 Abs. 3 des Niedersächsischen Schulgesetzes und bei Einrichtungen der Kinder- oder Jugendhilfe im Sinne des Satzes 1 Nr. 6 ist das Rauchen auch auf den zur Einrichtung gehörenden Hof- und Freiflächen verboten.

(2) Das Rauchverbot nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 10 gilt nicht, wenn im Gaststättenbetrieb nur

  1. Getränke und zubereitete Speisen an Hausgäste von Beherbergungsbetrieben oder
  2. unentgeltliche Kostproben

verabreicht werden. Wird eine Gaststätte auf einer Teilfläche einer vollständig umschlossenen Räumlichkeit offen betrieben, so ist das Rauchen in der gesamten Räumlichkeit verboten.

(3) Für vollständig umschlossene Räumlichkeiten, deren Fläche auf Dauer gemeinschaftlich mit anderen Einrichtungen genutzt wird, gilt ein Rauchverbot nur, wenn für alle an der Nutzung beteiligten Einrichtungen ein Rauchverbot nach Absatz 1 Satz 1 gilt.

(4) Auf die Rauchverbote ist an den öffentlichen Zugängen der Einrichtungen und der Gebäude deutlich sichtbar hinzuweisen.

§ 2
Ausnahmen vom Rauchverbot

(1) Abweichend von § 1 Abs. 1 Satz 1 gilt das Rauchverbot nicht in

  1. Haft- und Vernehmungsräumen der Justizvollzugseinrichtungen und der Polizei,
  2. Patientenzimmern von Einrichtungen, in denen Personen aufgrund gerichtlicher Entscheidung untergebracht werden,
  3. den Räumen von Heimen und von Einrichtungen der palliativen Versorgung, die Bewohnerinnen oder Bewohnern zur privaten Nutzung überlassen sind,
  4. Räumen, die zu Wohnzwecken überlassen sind,
  5. vollständig umschlossenen Räumen von Einrichtungen nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3, in denen die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt einer Patientin oder einem Patienten im Einzelfall das Rauchen erlaubt, weil ein Rauchverbot die Erreichung des Therapieziels gefährden würde oder die Patientin oder der Patient das Krankenhaus nicht verlassen kann,
  6. vollständig umschlossenen Nebenräumen von Gebäuden oder Einrichtungen im Sinne von § 1 Abs. 1 Satz 1 Nrn. 1 bis 4, 7, 9 und 11, die an ihrem Eingang deutlich sichtbar als Raucherraum gekennzeichnet sind.

(2) Das Rauchverbot nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 10 gilt nicht in dem vollständig umschlossenen Nebenraum einer Gaststätte, der an seinem Eingang deutlich sichtbar als Raucherraum gekennzeichnet ist. Satz 1 gilt nicht in Gaststätten, die in einem engen räumlichen oder funktionalen Zusammenhang mit Einrichtungen nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nrn. 3, 5 und 6 stehen.

§ 3
Verantwortlichkeit für die
Umsetzung des Rauchverbotes

Für die Einhaltung der nach diesem Gesetz bestehenden Verpflichtungen sind verantwortlich

  1. die Inhaberin oder der Inhaber des Hausrechts für die jeweilige Einrichtung im Sinne von § 1 Abs. 1 Satz 1 Nrn. 1 bis 9 oder für die Räumlichkeit in § 1 Abs. 2 Satz 2 oder Abs. 3,
  2. die Betreiberin oder der Betreiber der Gaststätte im Sinne von § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 10 oder des Flughafens nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 11

und die von diesen Beauftragten. Wenn einer verantwortlichen Person nach Satz 1 ein Verstoß gegen das Rauchverbot bekannt wird, hat sie im Rahmen des Hausrechts die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um derartige Verstöße zu verhindern.

§ 4
Verantwortung für öffentliche Spielplätze

Die Verantwortung der Gemeinden für die Beschaffenheit der öffentlichen Spielplätze umfasst auch den Schutz der Benutzerinnen und Benutzer vor Passivrauchen und vor Gefahren, die von beim Rauchen entstehenden Abfällen ausgehen.

§ 5
Ordnungswidrigkeiten

(1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich

  1. entgegen § 1 Abs. 1 Satz 1 oder 2, Abs. 2 Satz 2 oder Abs. 3 raucht, ohne dass eine Ausnahme nach § 2 vorliegt ,
  2. einer Hinweispflicht nach § 1 Abs. 4 nicht nachkommt oder
  3. in den Fällen des § 3 Satz 2 Maßnahmen nicht ergreift.

(2) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße geahndet werden.

§ 6
Überprüfung des Gesetzes

Die Landesregierung überprüft bis zum 31. Dezember 2009 die Auswirkungen dieses Gesetzes.

 

Artikel 2
Änderung der Verordnung
über sachliche Zuständigkeiten für die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten

§ 5 der Verordnung über sachliche Zuständigkeiten für die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten vom 29. August 2005 (Nds. GVBl. S. 276) wird wie folgt geändert:

  1. Am Ende der Nummer 5 wird der Punkt durch ein Semikolon ersetzt.
  2. Es wird die folgende Nummer 6 angefügt:
    "6.   nach § 5 des Niedersächsischen Nichtraucherschutzgesetzes vom 12. Juli 2007 (Nds. GVBl. S. 337)"

 

Artikel 3
Inkrafttreten

(1) Dieses Gesetz tritt am 1. August 2007 in Kraft.

(2) Abweichend von Absatz 1 treten Artikel 1 § 5 und Artikel 2 mit Ablauf des 31. Oktober 2007 in Kraft.

Hannover, den 12. Juli 2007

Der Präsident des Niedersächsischen Landtages

Jürgen G a n s ä u e r

Das vorstehende Gesetz wird hiermit verkündet.

Der Niedersächsische Ministerpräsident

Christian W u l f f